Wie wichtig die Züchterwahl ist, wird in der heutigen schnelllebigen Zeit oftmals unterschätzt. Sie spielt jedoch eine wesentliche Rolle.
Hanabis Adoption
2024 habe ich mich entschieden eine 2,5 Jahre alte Shiba-Hündin aus Russland zu adoptieren. Eigentlich war mein Wunsch ein Welpe von dieser Züchterin. Aufgrund der Kriegslage in Russland plante die Züchterin jedoch deutlich weniger Würfe. Ich war bereits mehrere Jahre mit ihr im Kontakt und habe mich gut aufgehoben gefühlt. Als sie mir Fotos und Videos von Hanabi gezeigt hat, war es um mich geschehen. Ich war gerade auf den Weg nach Japan und dachte mir „ich warte bis nach meiner Rückreise nach Deutschland ab und treffe dann eine Entscheidung“. Aber Hanabi ging mir nicht aus dem Kopf und so beschloss ich kurzerhand: SIE IST ES!
Ende Mai 2024 kam die kleine Maus dann zu uns und war alles andere als ich erwartet habe. Sie hatte panische Angst vor allem und jedem. Sie kannte überhaupt nichts. Selbst Mülltonnen, die draußen am Straßenrand standen erschienen ihr gruselig. Die erste Zeit war sehr mühsam. Dazu kam, dass Hanabi weder Futter noch Snacks annahm. Sie war außerdem stark unterernährt und zeigte mit ihren 2,5 Jahren keinerlei Lebensfreude. Mit Schrecken stellte ich zudem fest, dass einer ihrer Zähne abgebrochen war, welcher auf unsere Kosten schnell gezogen werden musste, da sie hierdurch starke Schmerzen hatte. Auch ihr unübliches Gangbild machte mir Sorge, weshalb ich einen Spezialisten aufsuchte. Schnell wurde klar: die Kleine leidet an Patellaluxation, eine Krankheit, die vor allem bei kleineren Hunden auftreten kann. Zum Glück hat sie nur den leichtesten Grad, PL1. Jedoch ist dies nicht das Ideal, das man von einer bekannten Züchterin erwarten würde
Patellaluxation
Eine Patellaluxation ist eine Fehlstellung der Kniescheibe (Patella) beim Hund. Dabei springt die Patella aus ihrer normalen Führungsrinne am Oberschenkelknochen heraus, meist nach innen (medial), seltener nach außen (lateral).
Symptome
- Plötzliches Hüpfen auf drei Beinen für einige Schritte
- Kurzzeitiges Anheben eines Hinterbeins
- Lahmheit unterschiedlicher Stärke
- Knacken oder Instabilität im Knie
- Bei schweren Fällen dauerhafte Fehlstellung und Gangstörungen
Aufzucht spielt eine wichtige Rolle
Aufgrund der vielen Baustellen entschied ich mich ein großes Blutbild machen zu lassen, da Hanabi absolut keine Lebensfreude zeigte und einfach nur „da war“. Das Blutbild zeigte eine erschreckende Erkenntnis: Die Bauchspeicheldrüsenwerte waren viel zu hoch, da stimmt etwas gewaltig nicht. Hanabi muss deswegen ihr Leben lang Tabletten nehmen, denn sonst leidet sie an höllischen Bauchschmerzen. Wir haben all ihre Krankheiten jedoch gut in den Griff bekommen, worüber ich sehr froh bin. Denn mittlerweile hat sie sich zu einem lebensfrohen Hund entwickelt, der gerne spielt, frisst und rennt.
Fazit: Hanabi wurde wahrscheinlich, bevor sie zu uns kam, vernachlässigt. Sie bekam kein gutes Futter und hatte nie Kontakt zu Menschen. Leider wurde sie nicht ausreichend sozialisiert, sondern lebte ihr Leben lang nur in einem Zwinger.
Ich habe sehr, sehr viel mit ihr gearbeitet und heute (nach 2 Jahren) ist sie ein ganz toller Hund. Sie liebt den Kontakt zu Menschen, ist extrem anhänglich und hat viele Ängste abgelegt. Ich bin sehr dankbar, dass sie mich als Vertrauensperson angenommen hat, denn das Ganze war wirklich eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die mich oft an meine Grenzen gebracht hat.
All das hat mich gelehrt bei der Züchterwahl besonders gut Acht zu geben. Es ist wichtig keine falsche Scheu zu zeigen, dem Züchter Fragen zu stellen und diesen auch zu hinterfragen. Denn ein seriöser Züchter gibt über seine Zucht gerne Auskunft. Das Wohl des Hundes sollte immer an erster Stelle stehen.
Eine gute Aufzucht ist kein Luxus – sie ist das Fundament für ein gesundes Hundeleben.
Mein Rudel: Momoko, Yuzu und Hanabi
Momoko
Yuzu
Hanabi
Meine heute lebensfrohe Hanabi
Madeleine Jacobs-Wegner, Juni 2026
Der Nihon Ken e.V. empfiehlt allen Züchtern die Untersuchung ihrer Zuchttiere auf Patellaluxation. Diese Untersuchung trägt dazu bei, das Risiko einer Vererbung entsprechender Erkrankungen zu verringern und unterstützt eine verantwortungsvolle Zucht.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass auch bei unauffälligem Untersuchungsergebnis keine Garantie für vollständig gesunde Welpen gegeben werden kann. Die Gesundheit eines Hundes wird von zahlreichen genetischen und umweltbedingten Faktoren beeinflusst, die nicht vollständig vorhersehbar sind.






